Kritischer Bericht

Dieser Bericht beschreibt die editorischen Grundsätze, nach denen die historischen musiktheoretischen Quellen in diesem Archiv transkribiert wurden, sowie die Eingriffe, die dabei gegenüber dem originalen Druck vorgenommen wurden.

Grundsatz

Die Transkriptionen sind diplomatisch bzw. semidiplomatisch: Wortlaut, Orthographie und Zeichensetzung der jeweiligen Quelle werden beibehalten, nicht an heutige Rechtschreibung oder an andere Quellen dieser Sammlung angeglichen. Jede Quelle behält ihre eigene originale Schreibung – auch dort, wo sie von anderen Werken derselben Sammlung abweicht (z. B. »Dissonanz« bei Sulzer, Bach und Türk, aber »Dißonanz« bei Marpurg und Kirnberger) oder innerhalb eines Werks selbst uneinheitlich ist.

Der Fließtext wird ohne die druckbedingten Zeilenumbrüche wiedergegeben; nur echte, im Original tatsächlich vorhandene Absätze bleiben als solche erhalten.

Stillschweigende Modernisierungen

Einige wenige, rein technische Anpassungen werden quellenübergreifend und ohne eigene Kennzeichnung vorgenommen:

Alle übrige originale Orthographie, auch scheinbare Inkonsistenzen wie »ß« neben »s«, »seyn«, wechselnde Schreibungen wie »gantz«/»ganz«, »Versezzungszeichen«, usw., bleibt unverändert stehen.

Seitenzählung

Seitenumbrüche werden im Fließtext an ihrer originalen Stelle markiert, im Format <S. N / PDF N> (gedruckte Seitenzahl / Seite im zugrundeliegenden Scan). Je nachdem, wo der Umbruch im Original liegt, erscheint die Marke:

Bei mehrteiligen Werken mit eigener Paginierung je Teil wird der geltende Offset gesondert angegeben; bei Quellen mit zwei parallelen originalen Zählungen (z. B. Weinlig) werden beide angegeben.

Stillschweigend nicht wiedergegebene Elemente

Folgende, für den Inhalt unerhebliche Bestandteile des Scans werden nicht mit übernommen:

Hervorhebungen

Gesperrt gedruckter Text sowie Wörter, die im Original in lateinischer Schrift (Antiqua) innerhalb des Frakturtextes gesetzt sind, werden einheitlich kursiv wiedergegeben. Feststehende lateinische Fachterminologie (etwa Cantus-firmus-Begriffe wie »cantus firmus«, »per augmentationem«) bleibt davon ausgenommen und unkursiviert.

In einzelnen Quellen verwendet der Drucker daneben, selten, einen sichtbar fetteren Schriftschnitt, um ein gerade definiertes Kunstwort hervorzuheben; dieser Fall wird, wo er vorkommt, als fett wiedergegeben – ausschließlich nach visuellem Abgleich mit dem Seitenscan, nie danach, ob ein Begriff inhaltlich als Definition erscheint.

Fußnoten

Originale Fußnoten werden als Markdown-Fußnoten wiedergegeben (Verweis im Text, Definition im Anschluss an den betreffenden Absatz). Läuft eine Fußnote im Original über einen Seitenumbruch, wird sie zu einem zusammenhängenden Text vereint. Unmarkierte Kleindruck-Passagen ohne eigene Verweisziffer bleiben als gewöhnliche Absätze an ihrer originalen Stelle stehen; es wird kein Verweiszeichen erfunden.

Notenbeispiele

Notenbeispiele sind entweder als kurzer Platzhalter in eckigen Klammern vermerkt oder als (komprimierter, auf die Notation zugeschnittener) Bildausschnitt eingebunden.

In manchen Originalquellen sind Notenbeispiele nicht in den Fließtext eingebunden sondern wurden im Anhang oder als separater Band veröffentlicht. Falls entsprechend vermerkt wurden in dieser Volltext-Transkription auch derart separate Notenbeispiele zur besseren Lesbarkeit an der entsprechenden Stelle eingebunden.

Weitere Sonderfälle

Im Original senkrecht übereinander gesetzte Akkordbuchstaben oder Generalbaßziffern werden als Schrägstrich-Bruch wiedergegeben, von unten nach oben gelesen (z. B. »4/6«, wenn im Original oben »6«, unten »4« steht, oder g/h/d/f für einen entsprechenden »Tonturm«, bei welchem das f oben steht).

Bewusst nebeneinander gesetzte Textblöcke des Originals (Vergleichstabellen, Versetzungstafeln) werden als Markdown-Tabelle wiedergegeben.

Die Groß-/Kleinschreibung von Tonartbezeichnungen (»C dur«, »c moll« usw.) wird nicht vereinheitlicht, sondern an jeder Stelle exakt so übernommen, wie sie im Original steht – auch wenn ein Werk dabei selbst uneinheitlich verfährt.

Gliederung und Überschriften

Eine reine Nummerierungs-Überschrift des Originals (»Erste Abtheilung.«, »Drittes Kapitel.« u. ä.), der unmittelbar eine zweite Überschrift mit dem eigentlichen Inhaltstitel folgt, wird zu einer einzigen Überschrift zusammengeführt (»Erste Abtheilung. Von der Art und Weise …«). Innerhalb einer Datei stehen alle echten §-Überschriften auf derselben Gliederungsebene, unabhängig davon, wie tief das Original an der jeweiligen Stelle verschachtelt ist. Bloße, inhaltslose »Anmerkung.«-Marken werden nicht als eigene Überschrift, sondern als fett gesetzte Zeile vor dem zugehörigen Absatz wiedergegeben. Am Kopf jeder Seite wiederholte Kolumnentitel (running heads, z. B. eine durchlaufende Kopfzeile »Vorrede.«) werden nicht mit übernommen.

Titelblätter

Die Zeilen des originalen gedruckten Titelblatts werden zentriert und fett gesetzt wiedergegeben, in derselben Zeilenfolge wie im Original.

Angaben zur Ausgabe

Jede Transkription trägt grundlegende bibliographische Angaben (Autor, Titel, Erscheinungsjahr und -ort, Verlag, zugrundeliegende Druckvorlage) sowie, wo die Transkription nicht auf einem eigenen Scan, sondern auf einem fremden Digitalisat beruht, einen Nachweis der konsultierten Quelle. Die Transkriptionen dieser Sammlung wurden von Georg Thoma mit KI-Unterstützung angefertigt.

Kommentare

Editorische Anmerkungen werden in eckige Klammern gesetzt: Etwa [?] für unsichere Wiedergaben, [=Wort] für Korrekturen, [Wort] für ein vermutlich fehlendes Wort, [sic] als Hinweis, das die Schreibweise gesichert ist.

»Freie« Kommentare werden im Fließtext in geschweiften Klammern wiedergegeben: {Das ist ein Kommentar}.

Längere Kommentare oder Zusammenfassungen werden dagegen eingerückt:

Das ist ein längerer Kommentar.