Joseph Riepel:
»Grundregeln zur Tonordnung insgemein«,
Zweytes Capitel
(Frankfurt, Leipzig, und aller Orten Teutschlands, 1755)
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Grundregeln
zur
Tonordnung
insgemein.
Abermal
Durchgehends mit musicalischen Exempeln
abgefaßt und Gespräch-weise vorgetragen
von
Joseph Riepel
Sr. Durchl. des Fürsten von Thurn und Taxis Kammermusicus.
Frankfurt, Leipzig, und aller Orten Teutschlands, wo das erste
Capitel von der Tactordnung zu haben ist.
1755.
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Innhalt.
Die Benennung Cis, Dis, Fis, &c. wird ohne Unterschied des Ces, Des, Fes, &c. für unrichtig: hingegen sammt diesem Unterschied für richtig gehalten. Wiewohl in viel Orten alle beyde unbekannt sind. Seite 2 bis 3.
Meine Benennung gefällt mir indessen noch am besten. Nicht zwar aus purer Eigenliebe, sondern weil ich so belehrt bin worden. Seite 4.
Die Benennung D la sol re, E la mi, F fa ut &c. ist schon sehr lang zum Mißbrauch geworden. Seite 10.
Die Benennung der Choralisten, als primi toni, secundi toni &c. gehöret von Rechts wegen zu Notenreihen von 4 Linien; daher will ich im Vorbeygehen ein andermal was davon sagen.
Die Solmisation reimet sich zu den mehresten Tonarten nicht mehr. Und die Dorier, Lydier, etc. wußten auch nichts davon. Seite 12.
Die alten dorischen, lydischen etc. Tonarten werden ausser dem pathetischen Choralgesang gegenwärtig für todt angenommen. S. 15 bis 20.
Die mathematische Nationalrechnung hilft nichts zur Composition. Folglich ist es eine nur im Traum ausgeheckte und unverantwortliche Fabel, daß mittelst derselben bald dieser bald jener so vornehm habe componiren lernen. Ob sie zwar wohl zum Clavier- und Orgelstimmen, absonderlich dem der von Natur gar kein Gehör hat, sehr viel helfen kann. Seite 20 bis 25.
Die einzige Verwechselungskunst, mittelst welcher man in einem einzigen Tage weit mehr als 99 Themata erfinden kann, ist zur Composition aufs allerwenigste 99-mal gesünder als die bemeldte National-Rechnung. Seite 25 bis 32.
Sie (die Verwechselungskunst) hilft alles in allem zur Tonwechselung. Seite 112.
Die von langen Zeiten her, sonderlich in Italien und Teutschland, etc. übliche Tonordnung, gleich wie die Ab- und Eintheilung der Symphonien, Concerten, Violin-Solo &c. wird erläutert. Von Seite 66 fast bis ans Ende.
Den Anfang zur Tonordnung macht eben daselbst das americanische Faulthier.
Die Componisten richten sich nicht nach dem Sylbenmaaß der lateinischen Poeten, ausser in soweit es die Rhetorick oder Redekunst gestattet. Wider die Meynung des Ehrw. P. Spieß. Seite 127.
NB. Die Violin-Concerte, welche der Verfasser im ersten Capitel versprochen, werden in wenig Wochen die Presse verlassen.