Emanuel Aloys Förster:
»Practische Beyspiele als Fortsetzung zu seiner Anleitung des Generalbasses«
(Wien, Artaria und Compagnie, 1818)
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Emanuel Alois
Förster's
PRACTISCHE BEYSPIELE
als Fortsetzung zu seiner
Anleitung
des
GENERALBASSES.
Ite Abtheilung.
in Wien bey ARTARIA und Compag.
Eigenthum der Verleger.
N.o 2606. Preis 1 f. Conv.Münz.
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GENERALBASS BEYSPIELE
VON EM: AL: FOERSTER
ALS ZUSATZ ZU SEINER ANLEITUNG ZUM GENERALBASS
Man hat oft den Wunsch geäussert, dass ich Beyspiele nach dem Muster derjenigen, so ich meinen Generalbass-Schülern zu geben gewohnt bin, öffentlich bekannt machen möge; diesem Wunsch hab ich entsprochen, trete aber nun selbst an die Reihe zu wünschen, dass diese Beyspiele Beyfall finden, und von einigen Nutzen seyn mögen. Ich beziehe mich dabey allzeit auf meine Anleitung zum Generalbass, und setze überall die Stuffen des Basses bey, weil dieses zur Kenntniss der Tonleitern schlechterdings nothwendig ist. Durch Beysetzung der Oberstimme hab ich die beste Lage angezeigt, wiewohl der Organist nicht immer verbunden ist, dieselbe beyzubehalten, im Gegentheile ist es dem lernenden nützlich, mehrere Lagen zu versuchen. Jungen Componisten zugefallen, hab ich allzeit die 4 stimmige Harmonie beybehalten, Organisten haben wohl nicht nothwendig immer 4 stimmig, besonders bey etwas geschwinder Bewegung, zu accompagniren. Was ich aber den letztern vorzüglich empfehle, ist: die Beyspiele in einige Töne auf- und abwärts, jedoch ohne Aussetzung der Accorde, bloss im Bass zu übersetzen, zum Beyspiel: von C in Cis oder Des, D, Es, und E, und abwärts in H, B, A, und As, um die Accorde in allen Tonleitern treffen zu können. Am Ende folgt davon ein Muster.
Dreyklänge.
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Anm: Beym verminderten Dreyklange † muss man sich vor der übermässigen, secunden Progression hüten; bey a ist die rechte Fortschreitung, bey b aber die falsche vorgestellt:
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Sexten und Quartsexten Accorde.
Diese Accorde sind vom 35ten bis 44ten § in der Anleitung abgehandelt. Es ist nothwendig folgendes genau zu beobachten: hat die Sexte ein Kreuz oder erhöhendes Auflösungszeichen, so sehe man zuerst ob sie übermässig ist; das Kennzeichen und die Behandlung derselben steht im §41. Ist die erhöhte Sexte nicht übermässig, so wird sie meistens die empfindsame Note seyn. Ihre Behandlung ist im 36 §. Ist die Sexte weder übermässig, noch die empfindsame Note, so kann sie auf der 4ten Stuffe der Molltonleiter nur vorkommen, und dann ist es gleichgültig zur 4ten Stimme die Octave, oder doppelte Sexte oder Terz zu nehmen. Der Organist kann den Sexten Accord meistens Dreystimig spielen, der Componist aber muss ihn genau kennen; deswegen ist er in diesen Beyspielen allzeit 4 Stimmig.
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Zweydeutige Accorde.
Abbé Vogler in seiner Harmonielehre, und nach ihm Knecht im Elementarwerk der Harmonie etc: haben durch mathematische Berechnungen zu beweisen gesucht, dass der Accord, den ich im § 69 meiner Anleitung den zweydeutigen nenne, auf der 2ten Stuffe der Molltonleiter muss vorbereitet werden, auf der 7ten Stuffe aber der Durtonleiter keiner Vorbereitung bedarf. Dieses ist meines Erachtens nicht richtig, und alle Compositionen sind für meine Behauptung. Der Septimen Accord auf der 2ten Stuffe der Molltonleiter muss allzeit vorbereitet werden, und hat nach meiner Meinung mit dem Septimen Accorde auf der zweyten <PDF 15> Stuffe der Durtonleiter, wenn auch nicht mathematisches, doch gleiches musicalisches Verhältniss, wie folgende Beyspiele zeigen.
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Aber von dem septimen Accorde auf der 2ten Stuffe der Molltonleiter hab ich in meiner Anleitung nicht gesprochen: sondern bloss von dem septimen Accorde der 7ten Stuffe der Durtonleiter, welcher in derselben mit und ohne Vorbereitung vorkömt, und daher zweydeutig ist. Es fragt sich nun, wann er muss vorbereitet werden, und wann nicht? Da eine und dieselbe Tonleiter unmöglich zweyerley mathematische Verhältnisse haben kann: so hab ich in meiner Anleitung ein musicalisches Kennzeichen gegeben, um jungen Componisten etwas zu geben, woran sie sich halten können um Fehler zu vermeiden. Solte jemand in Zukunft ein besseres Kennzeichen angeben, so nehme ich es mit Vergnügen an. Bis dahin verweise ich demnach auf den §.69 meiner Anleitung. Wenn auch der Dreyklang der 1ten Stuffe oder der 6ten Accord der 3ten Stuffe bey den Abgeleiteten nicht immer unmittelbar folgen sollte, wie in den folgenden Beyspielen, so ist das gegebene Kennzeichen doch immer sichtbar.
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[Noch nicht vollständig transkribiert]